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Qualitätsbegriff „Bayerisches Schullandheim”

Ein Bayerisches Schullandheim versteht sich in erster Linie als schulischer Lernort. Entsprechend steht es in der Schulzeit vorrangig Schulklassen und schulischen Gruppen aller Schularten und Jahrgangsstufen zur Verfügung, wobei an den Wochenenden und in den Schulferien auch Jugendgruppen, Musik-, Theater- und Sportgruppen sowie Vereine willkommen sind.

Zur Sicherstellung des Schulbezugs sind regelmäßige Kontakte zu den Abteilungen und Referaten des Kultusministeriums, zum Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, zu den Ministerialbeauftragten, zu den Schulabteilungen der Bezirksregierungen und zu den Schulämtern unabdingbar.

Geeignete Umgebung

In einem Bayerischen Schullandheim ist für jede Schulklasse ein Unterrichtsraum mit einer Grundausstattung an Medien vorhanden, der während des Aufenthaltes ausschließlich ihr zur Verfügung steht. In der Regel verfügen die Häuser zusätzlich noch über Gruppenräume, einige auch über Sport- und Mehrzweckhallen sowie Fachräume wie z.B. ein Labor oder einen Werkraum. Der Außenbereich bietet ausreichend Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass jede Klasse oder Gruppe im Haus ein ungestörtes Eigenleben entwickeln kann.

Ein Bayerisches Schullandheim verfügt über eine breites und methodisch vielseitiges Bildungs- und Erziehungsangebot, das sich auf den gültigen bayerischen Lehrplan bezieht. Dieses Angebot besteht aus unterschiedlichen Schwerpunktbereichen und einer Vielzahl an Unterrichtsmodulen, die sich an den schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen, den Schulfächern sowie den bildungspolitischen Initiativen der bayerischen Staatsregierung orientieren.

Die Schwerpunktbereiche sind:

  • Alltagskompetenzen
  • Berufliche Orientierung
  • Demokratieerziehung
  • Erlebnispädagogik und Teambuilding
  • Geographie und Geologie
  • Gesundheitsförderung
  • Interkulturelles Lernen und Internationale Begegnungen
  • Kultur und Geschichte
  • Künstlerisches Gestalten
  • Landwirtschaft
  • Medienerziehung
  • Musische Bildung
  • Naturwissenschaften und Technische Bildung
  • Sport und Bewegung
  • Sprachliche Bildung
  • Theater und Tanz
  • Umweltbildung
  • Verkehrserziehung
  • Wertebildung und Religiöse Erziehung

Um den Lehrplanbezug sicherzustellen, wirken an der Erstellung und Überprüfung des Bildungs- und Erziehungsangebots Lehrkräfte mit. Die Unterrichtsmodule werden auf Wunsch von Experten betreut. Auch findet eine kontinuierliche Evaluierung der Unterrichtsmodule statt.

Modellprojekte zu aktuellen Fragen

Die pädagogischen Angebote bedürfen der ständigen Weiterentwicklung und greifen dabei auch aktuelle bildungspolitische und gesellschaftliche Fragestellungen auf. Zu diesem Zweck werden Projekte und Modellvorhaben durchgeführt: z.B. zur Werte- und Demokratieerziehung, zur Förderung naturwissenschaftlicher und technischer Kompetenzen, zur Gesundheitserziehung, zur Umweltbildung oder zum Sozialen Lernen.

Ein Bayerisches Schullandheim fördert die eigenverantwortliche Gestaltung des Schullandheimaufenthaltes durch die Lehrkräfte. So besteht die Möglichkeit einer intensiven Beratung, existieren Handreichungen mit konkreten Hilfen und Anregungen und werden Arbeitsgeräte, Medien und Materialien bereitgestellt.

Qualifizierung von Lehrkräften

Bayerische Schullandheime leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung von (angehenden) Lehrkräften für die Vorbereitung und Durchführung von Schullandheimaufenthalten. So finden jährlich mehrtägige Seminare mit Referendaren und Referendarinnen des Gymnasiums und der Realschule statt. In Kooperation mit der Akademie Dillingen werden Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte aller Schularten angeboten. Auch auf der Ebene der Schulaufsichtsbezirke und Schulämter werden die Schullandheime als Lehrgangsort genutzt.

Selbstverständlich muss ein Bayerisches Schullandheim die erforderlichen Sicherheitsbestimmungen und Hygienevorschriften erfüllen. Die geschlechtsspezifische Trennung von Schlafräumen, Waschbereichen und Toiletten ist genauso Standard wie eine gesunde und altersgerechte Verpflegung. Jedes Haus verfügt über ein Konzept, das dem Schutz und der Sicherheit der Kinder und Jugendlichen dient.